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 Startseite > Event-related > European SF > FSE-ESF 2004

[ de en es fr it ]

Stellungnahme der Babelskoordinatoren, Dritte Europäische Versammlung der Sozialen Bewegungen

(Datum: 22. Oktober 2004)

Babels ist das internationale Netzwerk, das die Simultanübersetzung und Übersetzungen für alle Plenarsitzungen und Seminare des Europäischen Sozialforums stellt. Wir sind ein Netzwerk, das aus über 7000 freiwilligen Dolmetschern aus über 30 Ländern besteht, die in über 50 Sprachen kommunizieren.

Für dieses dritte Europäische Sozialforum hat Babels über 500 Dolmetscher für die Simultanübersetzung aller Plenarsitzungen und Seminare hier zusammengebracht. Vortragende konnten sich in über 15 unterschiedlichen Sprachen ausdrücken und Delegierte aus über 60 Ländern konnten deren Debatten verfolgen und sich daran beteiligen.

Wir sind dafür da, vielsprachige Kommunikation in Foren und Prozessen zu ermöglichen, die an den Prinzipien der Charta des Weltsozialforums von Porto Alegre festhalten. Das wichtigste dieser Prinzipien ist: (1) daß das Sozialforum nicht „eine Instanz der Macht“ darstellt, „die bei Zusammenkünften Gegenstand der Auseinandersetzungen wäre“; und (2) daß das Sozialforum einen pluralistischen, diversifizierten, konfessionslosen Kontext herstellt, der regierungsfrei und parteienunabhängig ist. In diesem Kontext führen verbundene Organisationen und Bewegungen konkrete Aktionen aus, die dezentral organisiert sind, vom lokalen bis zum internationalen Level reichen und so zum Aufbau einer anderen Welt beitragen.

Es ist unser Ziel diese Prinzipien zum Leben zu erwecken, indem wir es der größten Anzahl an Menschen ermöglichen sich so weit als möglich an den Sozialforen zu beteiligen. Wir tun dies, indem wir Sprachbarrieren aufbrechen und die Mittel anbieten in einer vielsprachigen und multikulturellen Umgebung zu kommunizieren. Das Prinzip der Selbst-Organisation ist vielleicht unser wichtigstes Prinzip: es ist unser Ziel politische und technische Mittel für die Foren zu entwickeln so daß diese unabhängig von der kapitalistischen Sphäre organisiert werden können. Damit können die Foren zeigen, daß eine andere Welt nicht nur möglich ist, sondern bereits konstruiert wird.

Leider sind viele Chancen zum Experimentieren und zur Innovation während der Organisation dieses Forums verpasst worden. Dies hat zur Ausgrenzung von vielen Menschen, Organisationen, Netzwerken, Gruppen, und selbst Ländern, geführt. Stattdessen wurden klassisch neo-liberale Praktiken der Organisation, des Managements und der Bereitstellung von Dienstleistungen angewendet. Als Resultat war das Forum komplett vom Staat abhängig. Dies steht in totalem Widerspruch zur Charta von Porto Alegre.

Die Organisation des ESF auf diese Art auszuführen, hat verheerende Konsequenzen für die Entwicklung unserer Bewegung gehabt. Die Einbeziehung von Netzwerken, die aus Aktivisten und Freiwilligen bestehen, ermöglicht nicht nur die Bildung des größten möglichen Kollektivs von Menschen zur Konstruktion von Alternativen. Es führt auch zur Einbeziehung der größtmöglichen Anzahl an sozialen und politischen Akteuren. Dadurch entsteht eine Dynamik der ständig zunehmenden Mobilisierung der sozialen Bewegungen. Dieses Forum war eine besorgniserregendes Zeugnis der De-Mobilisierung, nicht nur was die Zahl der Delegierten angeht (ein Rückgang um mehr als die Hälfte im Vergleich zu den letzten Jahren), sondern auch was den chronischen Mangel an Freiwilligen betrifft, die benötigt werden, um ein erfolgreiches Forum zu ermöglichen.

Abschliessend wurde dieses Jahr völlig richtig ein besonderes Augenmerk auf den Kampf gegen den Rassismus und den Faschismus in Europa gelegt. Leider können einige unserer Dolmetscherkollegen heute nicht hier sein, weil Ihnen die Einreise nach Großbritannien verweigert wurde. Das ist ein direktes Resultat der rassistischen Einwanderungs- und Asylpolitik der britischen Labourregierung und ein weiterer Beweis, dass die Festung Europa nicht nur ein Slogan sondern Realität ist. Vor allem die Visumsanträge von einigen Dolmetschern aus der Türkei, Russland, Rumänien, aus Nordafrika (Tunesien, Algerien, Marokko, Lybien), und dem Mittleren Osten wurden abgelehnt. Es ist traurig berichten zu müssen, dass die Art in der das ESF dieses Jahr organisiert wurde, diesem Umstand keine Abhilfe leisten konnte.

Babels Internationales Netzwerk von freiwilligen Dolmetschern und Übersetzern (und nicht der Übersetzungsservice des Sozialforums wie Ihr dem offiziellen Programm entnommen haben mögt).

 
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